Ich kaufe Bücher fast ausschließlich gebraucht.
Nicht weil ich keine neuen Bücher mag – sondern weil ein gebrauchtes Buch dasselbe enthält wie ein neues. Denselben Text, dieselben Ideen, dieselbe Geschichte. Nur für einen Bruchteil des Preises.
Das ist eigentlich die simpelste Logik der Welt. Und trotzdem habe ich lange gebraucht, bis ich sie wirklich verinnerlicht hatte.
Secondhand kaufen spart Geld. Aber es braucht ein bisschen Übung, um zu wissen, wo es sich lohnt – und wo nicht.
Bücher: Wo Secondhand am meisten Sinn ergibt
Bücher sind für mich die Kategorie, bei der Secondhand am unkompliziertesten ist. Der Inhalt verändert sich nicht. Ein Roman, der 2015 erschienen ist, liest sich 2026 genauso. Ein Sachbuch, das ich seit Jahren auf meiner Liste habe, kostet gebraucht oft weniger als ein Cappuccino.
Was ich nutze
Meine erste Anlaufstelle ist Momox. Dort findet man eine riesige Auswahl, der Zustand ist meist gut beschrieben, und der Versand ist schnell. Für viele Bücher zahle ich dort zwischen einem und drei Euro – zuzüglich Versand.
Für Kinderbücher lohnt sich zusätzlich der Blick auf lokale Flohmärkte oder Tauschgruppen. Kinder lesen Bücher einmal – manchmal auch zweimal – und dann wandern sie ins Regal. Neue Kinderbücher zu kaufen fühlt sich nach einer Weile seltsam an, wenn man weiß, wie viele gut erhaltene Exemplare im Umlauf sind.
Wann Secondhand bei Büchern nicht passt
Fachbücher mit häufigen Neuauflagen – da kann eine ältere Ausgabe tatsächlich veraltet sein. Und bei Büchern, die ich verschenken möchte, greife ich manchmal zum neuen Exemplar. Aber das sind Ausnahmen.
Kleidung: Gelegentlich, aber gezielt
Bei Kleidung bin ich wählerischer. Nicht jedes Teil eignet sich für den Secondhand-Kauf – und nicht jede Plattform ist gleich gut.
Was ich online nutze
Ich schaue gelegentlich bei Momox Fashion, Zalando und About You in den Secondhand-Bereichen. Der Vorteil: die Auswahl ist groß, die Rückgabemöglichkeiten sind oft dieselben wie beim Neukauf, und man kann gezielt nach Größe, Marke und Zustand filtern. Das spart Zeit im Vergleich zu klassischen Secondhand-Plattformen, auf denen man viel scrollen muss.
Was ich dabei beachte: Fotos genau anschauen, Zustandsbeschreibung lesen, und bei Unsicherheit lieber nicht kaufen. Ein günstiges Kleidungsstück, das ich nicht trage, ist kein Schnäppchen.
Für welche Kleidung es sich besonders lohnt
- Markenjacken und Wintermäntel – hier ist der Preisunterschied zu neu am größten
- Kindersachen – Kinder wachsen schnell, kaum getragene Stücke gibt es reichlich
- Zeitlose Basics – schlichte Pullover, Jeans, die keine Saison haben
Trendteile kaufe ich dagegen kaum – nicht neu und nicht gebraucht. Was heute angesagt ist, wird morgen aussortiert. Das passt nicht zu meinem Konsum-Ansatz.
Was Secondhand kaufen wirklich bringt
Ich mache keine genaue Rechnung darüber, wie viel ich durch Secondhand spare. Aber wenn ich überschlage, wie viele Bücher ich im Jahr lese – und was sie neu kosten würden – ist die Differenz spürbar.
Wichtiger als die Zahl ist für mich aber etwas anderes: Secondhand kaufen passt zu einer Haltung, die ich ohnehin habe. Weniger neu produzieren, länger nutzen, bewusst entscheiden.
Ein gut erhaltenes Buch, das bereits durch mehrere Hände gegangen ist, hat für mich eine eigene Qualität. Und das klingt vielleicht nach mehr als es ist – aber es stimmt.
Wo Secondhand für mich nicht funktioniert
Ich möchte ehrlich sein: Nicht alles kaufe ich gebraucht.
- Unterwäsche und Socken – da ist neu für mich Pflicht
- Elektrogeräte – zu unsicher, was verborgen defekt ist
- Schuhe für Kinder – die sollten passen und gut gestützt sein, das ist schwer gebraucht zu beurteilen
Secondhand ist kein Dogma. Es ist ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug passt es besser zu manchen Aufgaben als zu anderen.
Mein Einstieg: So fange ich an
Wenn du Secondhand noch nicht oder kaum nutzt, empfehle ich den einfachsten möglichen Einstieg: das nächste Buch, das du kaufen möchtest, zuerst bei Momox oder einer ähnlichen Plattform suchen.
Mehr nicht. Kein neues System, keine neue App, kein Aufwand. Einfach einmal nachschauen, bevor du neu kaufst.
Das reicht, um ein Gefühl dafür zu bekommen – was es kostet, wie es läuft, ob es sich für dich richtig anfühlt.
| Meine Secondhand-Plattformen auf einen Blick: Momox → Bücher, Filme, Spiele, Kleidung – große Auswahl, gute Zustandsbeschreibung Zalando / About You Secondhand → Kleidung mit Filteroptionen und bekannter Rückgabepolitik Lokale Flohmärkte → Kindersachen, Haushalt, Überraschungsfunde |
Fazit: Bewusst kaufen – ob neu oder gebraucht
Secondhand kaufen ist für mich kein Sparzwang. Es ist eine Entscheidung, die ich gerne treffe – weil sie zu meiner Haltung passt und weil sie funktioniert.
Nicht jedes Produkt eignet sich dafür. Aber dort, wo es passt – vor allem bei Büchern und gelegentlich bei Kleidung – ist es einer der einfachsten Wege, Geld zu sparen, ohne auf irgendetwas zu verzichten.
Das Buch ist dasselbe. Die Geschichte auch.
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