Lebensmittel haltbar machen: Was ich einkoche & einfriere

Einmachgläser mit Marmelade und eingekochtem Obst auf einem Holztisch – Lebensmittel haltbar machen. Vorräte anlegen.

Wenn die Ernte reicher ausfällt als erwartet, wenn Obst schneller reif wird als man es verbrauchen kann, wenn Kräuter im Überfluss wachsen – dann beginnt bei mir das Haltbarmachen.

Es ist keine Pflicht und keine Pflichtübung in Selbstversorgung. Es ist einfach Teil davon, wie ich mit Lebensmitteln umgehe: so wenig wie möglich wegwerfen, so viel wie möglich nutzen.

Und nebenbei: Im Winter ein selbstgemachtes Glas Apfelmus zu öffnen oder frische Kräuter aus dem Tiefkühler zu nehmen – das hat eine eigene Qualität, die schwer zu beschreiben ist.

Einkochen: Marmeladen, Apfelmus und mehr

Das Einkochen ist für mich die älteste und befriedigendste Methode. Ein Glas, das man selbst befüllt und beschriftet hat, ist mehr als Vorrat – es ist ein kleines Stück Sommer, das man konserviert.

Was ich einkoche

  • Marmeladen aus saisonalem Obst – Erdbeeren, Rhabarber, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Himbeeren, was gerade reif ist
  • Apfelmus – klassisch, ohne viel Zucker, mit oder ohne Zimt
  • Tomatensauce im Spätsommer – wenn die Tomaten im Überfluss da sind
  • Gemüsebrühe aus Resten

Die Gemüsebrühe aus Schalen und Resten

Das ist mein persönlicher Favorit – nicht wegen des Aufwands, sondern wegen der Logik dahinter.

Ich sammle Gemüsereste und -schalen über mehrere Tage in einer Box im Kühlschrank: Karottenschalen, Lauchgrün, Sellerieblätter, Zwiebelschalen, Petersilienstiele. Was andere wegwerfen, wird bei mir zu Brühe.

Alles in einem großen Topf mit Wasser aufkochen, köcheln lassen, abseihen – fertig. Die Brühe fülle ich heiß in saubere Schraubgläser ab. So habe ich immer portionsweise Brühe für Suppen, Risotto oder Saucen.

Was ich für die Gemüsebrühe sammle:

– Karottenschalen und -grün
– Zwiebelschalen (gelbe Schalen geben schöne Farbe)
– Lauch- und Porreeblätter
– Sellerieblätter und -stiele
– Petersilien- und Kräuterstiele
– Spargelschalen und -enden

Nicht geeignet: bittere Kohlblätter, Rote-Bete-Schalen (verfärben alles), fauliges Gemüse.

Einfrieren: Schnell, unkompliziert, vielseitig

Einfrieren ist die einfachste Methode und funktioniert für fast alles. Ich nutze sie vor allem für Dinge, die ich nicht sofort verarbeiten kann oder die ich in größeren Mengen vorbereite.

Obst und Gemüse

Frisches Obst friere ich ein, bevor es überreif wird: Beeren, Kirschen, Pflaumen, Rhabarber. Geputzt und ggf. direkt auf einem Backblech vorgefroren, dann in Beutel gefüllt – so klebt nichts zusammen.

Gemüse blanchiere ich kurz vor dem Einfrieren – das erhält Farbe, Geschmack und Nährstoffe besser als rohes Einfrieren. Bohnen, Erbsen, Spinat, Zuckerschoten funktionieren gut. Möhren friere ich direkt roh und fertig geschnippelt ein. Kürbis backe ich gerne vorher im Ofen. Dafür einfach den Kürbis halbieren und backen bis er weich ist. Das Fruchtfleisch aus der Schale kratzen und pürieren. Das Kürbispüree lässt sich dann prima portionsweise einfrieren und für Suppen, Saucen und Pürees verwenden.

Kräuter

Kräuter aus dem Garten friere ich in zweierlei Form ein: entweder gehackt in Eiswürfelformen mit einem Schluck Wasser – dann habe ich fertige Portionen für gekochte Gerichte – oder gehackt in saubere Gläser gefüllt, so kann ich die Kräuter auch über den Salat, die Kartoffeln oder das Gemüse streuen.

Backwaren

Das ist vielleicht das Praktischste, was ich mache: Ich backe nicht jeden Tag, aber ich backe dafür in größeren Mengen. Brot, Brötchen, Kuchen – alles geht in die Gefriertruhe.

Brot lasse ich komplett abkühlen, halbiere oder schneide es in Scheiben und friere es portionsweise ein. Je nach Bedarf nehme ich so viele Scheiben heraus, wie ich brauche – nach kurzer Zeit bei Raumtemperatur oder im Toaster sind sie wie frisch.

Wer selbst backt und einfriert, hat immer etwas da – ohne täglich frisch backen zu müssen. Das spart Zeit und Energie.

Was es wirklich bringt

Lebensmittel haltbar zu machen hat für mich drei handfeste Vorteile.

Weniger Lebensmittelverschwendung

Was reif ist oder kurz vor dem Verderb steht, landet nicht im Müll – sondern im Glas oder im Gefrierschrank. Das fühlt sich richtig an, unabhängig vom finanziellen Aspekt.

Günstigere Einkäufe

Wer weiß, dass er überschüssiges Obst einfrieren oder einkochen kann, kauft beherzt zu, wenn etwas im Angebot ist. Saisonale Übermengen lassen sich so nutzen, statt sie liegenzulassen.

Immer etwas da haben

Ein gut bestückter Vorrat – Marmeladengläser, eingefrorene Kräuter, Brotscheiben im Tiefkühler – gibt ein ruhiges Gefühl. Man muss nicht jeden Tag shoppen. Man hat einen Puffer.

Womit man anfangen kann

Wer noch nicht viel haltbar macht, muss nicht gleich mit Einkochen anfangen. Die einfachste Methode ist das Einfrieren – kein Sonderwerkzeug, keine Technik, kaum Zeitaufwand.

  • Reife Bananen einfrieren statt wegwerfen – perfekt für Smoothies oder Bananenbrot
  • Frische Kräuter hacken und in Eiswürfeln einfrieren
  • Das nächste selbstgebackene Brot gleich in Scheiben einfrieren

Von dort aus wächst es ganz von allein. Wer einmal erlebt hat, dass aus Apfelresten im Oktober ein Glas Apfelmus wird – der macht es im nächsten Jahr wieder.

Fazit: Haltbarmachen ist kein Trend – es ist Alltag

Einkochen, Einfrieren, Einlegen – das ist keine Nostalgie und kein Lifestyle-Statement. Es ist eine einfache, sinnvolle Art, mit Lebensmitteln umzugehen.

Weniger wegwerfen, besser planen, immer etwas da haben. Und manchmal im Winter ein Glas öffnen, das man selbst befüllt hat – das hat einen Wert, der sich nicht in Euro messen lässt.

Aber ein bisschen Geld spart es auch.

→ Was ich beim Einkaufen wirklich spare

→ Vorräte anlegen mit Sinn

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Maria

Hi, ich bin Maria. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist. Als dreifache Mutter habe ich jahrelang trotz Arbeit zusätzlich Bürgergeld bezogen – ich kenne den täglichen Spagat zwischen Job, Kindern und den steigenden Preisen im Alltag ganz genau.

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