Über Geld spricht man nicht, hieß es früher oft. Ich sehe das anders.
Meine Kinder wachsen mit einem bewussten Umgang mit Geld auf – nicht weil ich ihnen ständig Vorträge halte, sondern weil es Teil unseres Alltags ist. Wie wir einkaufen, wie wir über Wünsche sprechen, wie wir mit dem umgehen, was da ist.
Ich glaube, dass die wichtigsten Lektionen über Geld nicht in der Schule vermittelt werden – sondern zuhause, durch das, was Kinder erleben und beobachten.
Hier sind die Dinge, die mir besonders wichtig sind.
Kein Geld ausgeben, das man nicht hat
Das ist der Grundsatz, auf dem alles andere aufbaut. Einfach formuliert, aber im Alltag oft schwer durchzuhalten – auch für Erwachsene.
Für Kinder bedeutet das ganz praktisch: Wenn das Taschengeld aufgebraucht ist, ist es aufgebraucht. Kein Vorschuss, kein „leg ich dir aus, zahlst du nächste Woche zurück“. Diese Konsequenz ist nicht hart – sie ist ehrlich.
Wer als Kind erlebt, dass Geld eine Grenze hat, entwickelt ein natürliches Gefühl dafür. Wer dagegen erlebt, dass es immer irgendwie weitergeht, lernt das Gegenteil – und das kann sich bis ins Erwachsenenleben fortsetzen.
Was ich vorlebe: Ich spreche offen darüber, wenn etwas gerade nicht ins Budget passt. Nicht dramatisch, sondern sachlich – „das geht jetzt nicht, aber vielleicht später“ ist ein normaler Satz bei uns.
Sparen für große Wünsche
Kinder wünschen sich Dinge – das ist normal und gut so. Die Frage ist, wie man mit diesen Wünschen umgeht.
Statt einen Wunsch sofort zu erfüllen oder pauschal abzulehnen, sprechen wir darüber, was es kosten würde – und wie man dahin kommt. Taschengeld zurücklegen, vielleicht etwas dazuverdienen, eine Zeit lang warten.
Das Warten ist dabei der wichtigste Teil. Nicht weil Warten an sich gut ist – sondern weil es zeigt, dass große Wünsche durch eigenes Handeln erreichbar sind. Das ist ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, das weit über Geld hinausgeht.
| Wie das bei uns aussieht: – Wunsch benennen und den Preis herausfinden – Gemeinsam überlegen: Wie lange würde Sparen dauern? – Sparglas oder Sparbuch für den Fortschritt – sichtbar machen – Bei Erreichen: Der Kauf wird bewusst und mit Vorfreude getätigt Der Weg dorthin ist oft genauso wertvoll wie das Ziel selbst. |
Welche Dinge braucht man wirklich?
Diese Frage stelle ich mir selbst regelmäßig – und sie ist auch für Kinder eine gute Übung.
Nicht jeder Wunsch ist ein Bedürfnis. Das zu unterscheiden, ist keine angeborene Fähigkeit – es ist etwas, das man lernt. Und je früher man damit anfängt, desto natürlicher wird es.
Wir sprechen darüber, wenn wir einkaufen gehen. Nicht belehrend, sondern fragend: „Brauchst du das wirklich, oder gefällt es dir gerade nur?“ Manchmal ist die Antwort ehrlich „nur gerade“ – und das ist okay. Aber das Bewusstsein dafür ist der erste Schritt.
Kinder, die lernen zwischen Wollen und Brauchen zu unterscheiden, treffen als Erwachsene bewusstere Entscheidungen – nicht aus Zwang, sondern aus Gewohnheit.
Früh mit dem ETF-Sparplan beginnen
Das ist vielleicht der Punkt, der am wenigsten offensichtlich ist – und gleichzeitig einer der wirkungsvollsten.
Der Zinseszins-Effekt ist eines der mächtigsten Prinzipien in der Finanzwelt. Je früher Geld angelegt wird, desto mehr Zeit hat es, zu wachsen – nicht linear, sondern exponentiell. Ein Betrag, der mit 5 Jahren angelegt wird, hat bis zum 65. Lebensjahr 60 Jahre Zeit zu wachsen. Derselbe Betrag, angelegt mit 25, hat nur noch 40 Jahre.
Für meine Kinder bedeutet das: Ein kleiner monatlicher Betrag, angelegt in einen breit gestreuten ETF-Sparplan, kann über Jahrzehnte zu einer beachtlichen Summe werden – ganz ohne dass sie selbst aktiv etwas dafür tun müssen, außer früh angefangen zu haben.
| Warum früh starten so viel ausmacht: Der Unterschied zwischen 25 Jahren und 45 Jahren Anlagezeit ist bei gleichem monatlichem Betrag enorm – nicht weil mehr eingezahlt wird, sondern weil der Zinseszins über die zusätzlichen Jahre überproportional wirkt. Zeit ist beim Investieren der wichtigste Faktor – wichtiger als die Höhe des Betrags. |
Ich erkläre meinen Kindern das (noch) nicht in allen Details – aber das Prinzip dahinter schon: Was früh anfängt zu wachsen, hat mehr Zeit zum Wachsen. Das gilt für Pflanzen im Garten genauso wie für Geld.
Was ich nicht möchte: Angst vor Geld
Bei allem, was ich vermitteln möchte, ist mir eines besonders wichtig: Es soll keine Angst entstehen.
Geld ist ein Werkzeug, kein Grund zur Sorge. Kinder, die mit Geldsorgen der Eltern konfrontiert werden, übernehmen oft diese Sorgen – ohne die Werkzeuge zu haben, etwas daran zu ändern.
Was ich stattdessen vermitteln möchte: Klarheit. Wissen, wo man steht. Verstehen, wie Entscheidungen wirken. Das nimmt Druck – nicht macht ihn größer.
Fazit: Geld ist ein Thema für den Alltag
Kein Geld ausgeben, das man nicht hat. Für große Wünsche sparen. Zwischen Wollen und Brauchen unterscheiden. Früh anfangen zu investieren.
Das sind keine komplizierten Konzepte. Es sind Gewohnheiten – und Gewohnheiten entstehen durch das, was man täglich erlebt und sieht.
Ich kann meinen Kindern keine perfekte finanzielle Zukunft garantieren. Aber ich kann ihnen ein Fundament geben, auf dem sie selbst weiterbauen können.
→ Mit Bürgergeld und drei Kindern sparen
→ Haushaltsbudget mit wenig Geld
(*) Bei den Links und Vergleichsrechnern, welche mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du über diese Links oder Vergleichsrechner dann z. B. einen Vertrag abschließt oder einen Kauf durchführst, so erhalte ich eine Provision vom Anbieter. Für dich entstehen keine Nachteile beim Kauf, Vertrag oder Preis.



