Ich wollte es diesmal genau wissen.
Nicht ungefähr, nicht gefühlt – sondern tatsächlich: Was hat mein Garten dieses Jahr gebracht? Was hätte ich dafür im Supermarkt bezahlt? Lohnt sich das, wenn man es ehrlich aufschreibt?
Also habe ich dokumentiert. Gewogen, gezählt, Preise verglichen. Nicht jedes einzelne Radieschen, aber die großen Posten – und am Ende stand eine Zahl, die mich selbst überrascht hat.
Spoiler: Der Garten hat sich gelohnt. Aber nicht nur wegen des Geldes.
Was dieses Jahr gewachsen ist
Hier ist die vollständige Ernte beim Gemüse – soweit ich sie dokumentiert habe. Ein Teil des Überschusses, der einfach zu viel war, um ihn zu verbrauchen, ist dabei nicht eingerechnet.
| Gemüse | Menge | Geschätzter Gegenwert |
| Tomaten | über 40 kg | ca. 200 € |
| Kartoffeln | ca. 40 kg | ca. 60 € |
| Zucchinis | 62 Stück | ca. 75 € |
| Kürbisse | 11 Stück | ca. 35 € |
| Salatgurken | 18 Stück | ca. 21 € |
| Spinat | 4,8 kg | ca. 21 € |
| Grüne Bohnen | 6,8 kg | ca. 28 € |
| Zuckerschoten | 3 kg | ca. 45 € |
| Zwiebeln | 5 kg | ca. 10 € |
| Möhren | 4,5 kg (+mehr) | ca. 9 € |
| Salate, Lauchzwiebeln, Rote Bete,Kohlrabi, Asiasalat, Radieschen,Chilis, Paprika, Süßkartoffeln, Feuerbohnen, Spitzkohl u.a.(Überschuss nicht mitgezählt) | diverse Mengen | in Gesamtsumme enthalten |
| GESAMT | ca. 650 € |
Die Gesamtsumme von rund 650 Euro ist ein konservativer Schätzwert auf Basis normaler Supermarktpreise für Gemüse – kein Premiumpreis, aber auch nicht der billigste Discounterpreis. Bei Bioqualität wäre der Wert noch höher.
Was noch dazukommt: Einkochen, Einfrieren, Einlegen
Die 650 Euro sind nur der Rohwert der Ernte. Was ich daraus gemacht habe, verlängert den Nutzen weit über den Sommer hinaus.
Tomaten
Über 40 kg Tomaten sind mehr, als wir frisch verbrauchen können. Ein Teil wurde zu Tomatensauce eingekocht – die steht jetzt im Regal und versorgt uns durch den Herbst und Winter. Ein weiterer Teil wurde getrocknet. Beides hätte im Einkauf deutlich mehr gekostet als frische Tomaten allein.
Bohnen und Zuckerschoten
Blanchiert und eingefroren. Wer Tiefkühlgemüse kauft, weiß was das kostet – und kennt die Qualität nicht immer. Hier weiß ich genau, woher es kommt und was drin ist.
Möhren und Spinat
Teils klein geschnitten und eingefroren. Direkt griffbereit für Suppen, Eintöpfe oder Saucen – ohne extra Einkauf.
Eingelegt
Honig-Senf-Gurken, Rote Bete und Zucchinis. Einige Gläser für uns, einige als Geschenke. Selbst gemacht, mit bekannten Zutaten.
| Was das bedeutet: Die 650 Euro Erntegegenwert sind der direkte Ersatz für Supermarktware. Was durch Einkochen, Einfrieren und Einlegen entsteht, ist zusätzlicher Wert – Vorräte, die uns in den nächsten Monaten von Einkäufen entlasten, die sonst anfallen würden. Den genauen Wert zu berechnen wäre aufwendig, aber er ist real. |
Die andere Seite der Rechnung: Was der Garten kostet
Eine ehrliche Rechnung braucht beide Seiten.
Saatgut und Jungpflanzen
Für Saatgut und Pflanzkartoffeln habe ich dieses Jahr rund 100 Euro ausgegeben. Wobei noch einiges davon übrig ist – Saatgut aus offenen Sorten hält mehrere Jahre, und ein Teil der Tomatensorten ziehe ich inzwischen selbst nach.
Zeit
Das ist die größte Investition – und die ehrlichste. Ein Garten braucht Zeit: Aussäen, pikieren, einpflanzen, gießen, jäten, ernten, verarbeiten. Diese Zeit ist nicht in der Sparrechnung enthalten, weil ich sie nicht als Aufwand erlebe, sondern als Ausgleich, als Erholung, als etwas, das mir selbst gut tut.
Wer Gartenarbeit als Pflicht erlebt, rechnet anders als jemand, der sie als bewusstes Hobby betreibt. Das muss jeder für sich einordnen.
Wasser, Erde, Zubehör
Anzuchterde, Gießwasser und gelegentlich neues Zubehör – auch das gehört dazu. In einem eingespielten Garten sind das überschaubare jährliche Kosten, da die meisten Strukturen bereits vorhanden sind.
Was sich nicht in Zahlen messen lässt
Ich weiß, was in meinem Gemüse steckt. Kein Pestizid, kein künstlicher Dünger. Kein langer Transportweg. Keine Verpackung.
Ich esse anders, wenn ich selbst angebaut habe – bewusster, neugieriger. Eine Tomate, die man selbst gepflanzt hat, schmeckt nach mehr als die aus dem Supermarktregal. Das ist keine Einbildung, das ist Verbindung.
Und dann ist da noch das andere: die Stunden im Garten. Der Moment, wenn die ersten Tomatenpflanzen Früchte ansetzen. Die Stille früh morgens beim Gießen. Diese Momente haben keinen Preis – aber sie sind unbezahlbar.
Die ehrliche Bilanz
| Erntegegenwert: ca. 650 € Kosten für Saatgut und Jungpflanzen: ca. 100 € (mit Restbestand für nächste Saison) Nettoertrag: ca. 550 € Nicht eingerechnet: Vorräte durch Einkochen/Einfrieren/Einlegen, Überschuss der nicht mitgezählt wurde, Möhren die noch in der Erde sind |
Fazit: 550 Euro netto – und mehr
Die ehrliche Rechnung lautet: Erntegegenwert rund 650 Euro, Saatgutkosten rund 100 Euro – wobei vom Saatgut noch einiges übrig ist und in die nächste Saison mitgenommen wird. Netto: rund 550 Euro. Dazu kommen Vorräte durch Einkochen, Einfrieren und Einlegen, die diesen Wert noch weiter erhöhen.
Lohnt er sich? Finanziell: Ja, eindeutig. Darüber hinaus: noch mehr.
Ich werde auch nächstes Jahr wieder dokumentieren – genauer, mit den Kosten für Saatgut auf der anderen Seite der Rechnung. Dann wird das Bild noch vollständiger.
Ein Garten ist keine Geldanlage. Aber er ist auch keine Ausgabe. Er ist etwas dazwischen – und nach diesem Jahr weiß ich das besser als je zuvor.
→ Gutes Leben trotz wenig Geld
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